Tag des offenen Denkmals am 12. September 2021

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz veranstaltet jedes Jahr am zweiten Sonntag im September den Tag des offenen Denkmals. Unter einem bestimmten Motto sind deutschlandweit alle historischen Baudenkmale aufgerufen, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf solche, die sonst nicht für Besucher zugänglich sind.

In diesem Jahr steht der Tag des offenen Denkmals unter dem Motto "Sein & Schein - in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege".

Die Stadt Calw beteiligt sich auch dieses Jahr mit einem vielfältigen Programm. Neben den üblichen Besichtigungen in den Museen oder dem Kloster Hirsau, öffnen auch Häuser und Gebäude ihre Pforten, die noch nie, selten oder wohl auf lange Zeit hin nicht mehr der Öffentlichkeit zugänglich waren, sind oder sein werden. Alle Angebote sind wie immer kostenlos.

Museen

Im Palais Vischer erhalten Sie am Tag des offenen Denkmals kostenfreien Eintritt.
Geöffnet von 11:00 bis 17:00 Uhr.
Im Langen erhalten Sie am Tag des offenen Denkmals kostenfreien Eintritt.
Geöffnet von 11:00 bis 17:00 Uhr.
Im Klostermuseum erhalten Sie am Tag des offenen Denkmals kostenfreien Eintritt.
Geöffnet von 11:00 bis 17:00 Uhr.
Besichtigung der Museumsanlage "Eisenbahnstellwerk I" der Württembergischen Schwarzwaldbahn. Das Museum befindet sich beim Alten Bahnhof in der Bahnhofstraße.
Geöffnet von 11:00 bis 17:00 Uhr.
Besichtigung des Gerbereimuseums in der Badstraße. Geöffnet von 11:00 bis 17:00 Uhr.

Programm

Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten des Klostermuseums besichtigt werden.

Der Berliner Holzschneider Udo Würtenberger hat die "Aurelius-Vita" in Anlehnung an die mittelalterliche Buchmalerei mit Farbholzschnitten versehen und als Buch-Unikat gestaltet.
 
Außerdem zeigt er in der Ausstellung eine weitere Arbeit, die er für das 950-jährige Jubiläum der Weihe der Aureliuskirche anfertigte. Hierbei handelt es sich um "Die armenische Nachtigall" mit Liebesgedichten des armenischen Dichters Nahabed Kutschak aus dem 16. Jahrhundert.

Dauer: etwa 1 1/2 Stunden
Treffpunkt: Hirsau, Unterer Torbogen, Wildbader Straße

Das Kloster Hirsau war im 11. Jahrhundert der Ort einer geistigen Revolution, wie ihn die Geschichte nur selten erlebt hat. Die kulturgeschichtliche Bedeutung Hirsaus und seine enge Verknüpfung mit der deutschen und europäischen Geschichte haben ihre Ausstrahlung bis heute behalten. Bei dieser Führung werden die Ruinen des Peter- und Paulklosters als beeindruckende steinerne Zeugen der Geschichte fachkundig erläutert.
Dauer: etwa 1 1/2 Stunden
Treffpunkt: Calw, Hermann-Hesse-Platz
Gästeführer: Herr Wolfgang Tauber

Die Stadt Calw schmückt mit seinen über 200 prächtigen und denkmalgeschützten Fachwerkhäusern, überwiegend aus dem späten 17. und 18. Jahrhundert, die Deutsche Fachwerkstraße im Südwesten.
 
Das Besondere und Verborgene dieser Konstruktionen erschließt sich nicht auf den ersten Blick. Scheinbar solide gemauerte Giebel verbergen filigranes Fachwerk, rhythmisches barockes Holz-Maßwerk umhüllt moderne Einbauten, Farbe interpretiert die klassischen Gestaltungen neu. 
Schöne, integrierte Reliefs offenbaren einen überraschenden Ursprung. Brandschutzmaßnahmen zwingen oft zu aufwendigen Maßnahmen innerhalb der historischen Substanz. Die Zuordnung einzelner Baukörper zum Gesamtkonzept bedarf der Erklärung, welche wesentlichen Veränderungen können das historische Bild beeinflussen.
Dauer: etwa 1 1/2 Stunden
Treffpunkt: Calw, Marktplatz, vor dem Rathaus
Gästeführerin: Frau Claudia Riach

Bei dieser Führung durch die Stadt werden wir uns vor allem mit den sozialen Aspekten des Seins und des Scheins in unserem Städtchen im Laufe der Jahrhunderte beschäftigen. Anhand verschiedener Stationen werden wir der Denkweise und der Lebenseinstellung der Calwer in den letzten beiden Jahrhunderten nachspüren. Natürlich wird hierbei auch Hermann Hesse nicht zu kurz kommen. Der Gang durch die Stadt wird eineinhalb Stunden dauern.
Dauer: etwa 1 1/2 Stunden
Treffpunkt: Calw, Marktplatz, vor dem Rathaus
Gästeführerin: Herr Klaus Armbruster

Mit dieser Rallye könnt Ihr Calw auf eigene Faust entdecken. Begebt Euch auf eine spannende Spurensuche! Es gilt, eine Reihe von Fragen rund um die Geschichte und das Leben in der Stadt zu lösen. Dies könnt Ihr allein oder in Begleitung eines Erwachsenen tun. Behilflich sind dabei Inschriften, Tafeln oder ähnliche Merkmale, die überall zu finden sind.
Dauer: etwa 1 1/2 Stunden
Treffpunkt: Calw, Marktplatz, vor dem Rathaus

Hermann Hesse ist einer der meistgelesenen Autoren der deutschen Sprache. In seiner Heimatstadt erinnern viele Gebäude an den Nobelpreisträger und seine Erzählungen. „Calw ist die schönste Stadt von allen“, bekannte er einmal. Die Führung zeigt Stätten seines Lebens und Orte, die er in seinen Erzählungen so unnachahmlich beschrieben hat.
Dauer: etwa 1 1/2 Stunden
Treffpunkt: Calw, Bischofstraße 48, Palais Vischer
Gästeführerin: Frau Dipl. Ing. Brigitte Bernert

Das Palais Vischer, eines der bedeutendsten Gebäude in Calw, wurde 1787-1791 vom herzoglichen Oberbaudirektor Reinhard Fischer im Stil Louis XVI erbaut - ein repräsentatives Gesamtkunstwerk aus Architektur, Innenraumgestaltung und kostbarem Mobiliar. Vorbild war der französische Hof, dessen Einfluss unter Herzog Carl Eugen nach Württemberg gelangt war.
 
Es diente Johann Martin Vischer, Leiter der wohlhabenden Calwer Floß- und Holzhandlungscompagnie, als Wohn- und Handelshaus.
 
Nach detailgetreuen Restaurierungen wird es seit 1965 als Museum der Stadt Calw genutzt. Der Bauherr des Hauses scheute Ende des 18. Jahrhunderts weder Mühe noch Kosten, um seinen Gästen einen würdevollen Empfang zu bieten. Die reichen, stuckverzierten Fassaden kaschierten darunterliegendes Fachwerk. Die Eingangshalle mit stilvollem Treppenaufgang führte zu den heute noch teils mit Originalausstattung erhaltenen, repräsentativen Räumen der “ Bel Etage“ im 1. Stock.
 
Besonders sehenswert ist das Landschaftszimmer mit handgemalten Tapeten, das den Besucher in das antike Italien entführt. Griechisch inspiriert ist der kunstvoll inszenierte Salon mit Wanddekorationen antiker Säulen und „Trumeau-Spiegeln“ zur optischen Vergrößerung des Raumes. Zu sehen sind auch verschiedene Möbelstücke mit feinen feuervergoldeten Beschlägen oder Halbedelsteinen. Gezeigt werden auch Exponate wie Kästchen mit Wismutmalerei, gestaltet mit einer speziellen Oberflächentechnik, um einen silberähnlichen Glanz zu erzeugen.